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                                       Schafe

Unsere Schafherde besteht momentan aus 20 Mutterschafen mit ihren Lämmern und 3 Deckböcken und wird in Koppelschafhaltung gehalten. Das heißt unsere "Mädels" ziehen von Frühjahr bis Herbst von Koppel zu Koppel, je nachdem wie das Gras wächst. Somit versorgen sich die Tiere hauptsächlich selbst mit bestem Gras und Kräutern.

Unsere "Lebenden Rasenmäher" pflegen somit unsere einzigartige Landschaft im Naturpark Schwäbisch Fränkischer Wald

Man sagt "Schafe haben goldene Hufe" , sie treten den Boden fest und schützen ihn somit vor Erosion. In ihrer Wolle tragen Schafe Samen und Sporen von wilden Blumen und Kräutern weiter und sorgen so für ein vielfältiges Artenspektrum auf unseren Wiesen. Durch die Beweidung wird zudem das Verbuschen unserer Kulturlandschaft verhindert, denn ohne Beweidung wären alle unsere Wiesen innerhalb kürzester Zeit ein Durcheinander aus Büschen und nachwachsenden Bäumen, die seltenen Pflanzen- und Tierarten den Lebensraum nehmen würden.

Den Winter verbringen die Schafe im Laufstall auf Stroh. Hier gibt es Heu und wenn es das Wetter zulässt Auslauf auf der Weide.

Im März und April kommen die Lämmer zur Welt. 

Sobald die Lämmer etwas kräftiger sind geht die Beweidungssaison los. Von da an sind die Schafe Tag und Nacht auf der Weide. 

Im Juni geht es dann kurz auf den Hof zum Scheren. Die Wolle wird von uns selbst verarbeitet, kann aber auch als Filzwolle gewaschen und gezupft bei uns erworben werden. Nach der Schur geht es wieder raus auf die Weide bis in den Herbst hinein.

Dann kommt der Bock in die Herde und der Kreislauf beginnt von Neuem.

Unsere Schafrassen:

-Widshire Horn (robuste Fleischrasse aus England)

-Moorschnucke (genügsame Schnucke, vom Aussterben bedroht)

-Krainer Steinschaf (Alpenschaf mit sicherem Tritt, vom Aussterben bedroht)

Nach einem halben bis ganzen Jahr sind die Schlachtlämmer schlachtreif und werden nach kurzem Transportweg ohne Stress bei einem Metzger geschlachtet.

Das Fleisch gibt es an unseren Schlachttagen auf Vorbestellung. Genaueres siehe Seite: Produkte vom Hof

 

 

                                           Herdbuchzucht Krainer Steinschaf

                                                       Das Milchschaf der Alpen

 

    Die meisten Schafe unserer Herde sind Krainer Steinschafe. Eine Schafrasse, die uns ganz besonders ans Herz gewachsen ist...

 

Das Krainer Steinschaf ist eine sehr alte Schafrasse. Es stellt noch den ursprünglichen Typ des ausgestorbenen Zaupelschafes dar, dieses wurde bereits im Mittelalter genutzt und gehalten. Genanalysen zeigen sogar dass das Steinschaf in direkter Linie vom uralten Torfschaf abstammt. Das Schaf das zu Zeiten Özis im Alpenraum gehalten wurde. Wir reden hier also von gut 6000 Jahren Zuchtgeschichte und vielleicht sogar noch mehr! Wir haben es hier mit einer Genreserve aus der Zeit zu tun als Ackerbau und Viehzucht gerade am Entstehen waren und die meisten Menschen noch als Jäger und Sammler durch die Gegend streiften! Ein Urtier und Lebensbegleiter des Menschen von Anfang an!

 

Das Steinschaf spaltet sich auf in vier Gruppen: Das Tiroler Steinschaf, das Alpine Steinschaf, das Montafoner Steinschaf und das Krainer Steinschaf. Diese Gruppeneinteilung entstand höchstwahrscheinlich durch die Abgeschlossenheit der unterschiedlichen Täler der Alpenregion. Da ein Austausch der Böcke zwischen den Tälern zu früheren Zeiten praktisch unmöglich war wurden die Böcke eben nur immer zwischen den Nachbarn im Tal getauscht. Unter dieser Isolation konnten die vier Steinschaftypen entstehen.

 

Das Krainer Steinschaf ist vor Allem im Dreiländereck Kärnten, Slowenien und Friaul gezüchtet worden. Da die Krainer auch eine für ihrer Große gute Milchleistung haben und so auch zum melken geeignet sind wurde in den 1990er Jahren vielerorts das ostfriesische Milchschaf eingekreuzt, was die Krainer beinahe ausgerottet hätte. Nur durch eine Rettungsaktion aus dem Allgäu konnten 9 alte Blutlinien erhalten bleiben. Neben diesen 9 deutschen Linien gibt es auch noch weitere alte slowenisch Linien. Die Rasse wurde von der EU als erhaltungswürdig eingestuft.

 

Krainer sind kleine bis mittelgroße Schafe mit asaisonalem Brunstzyklus, dass heißt, sie sind das ganze Jahr über deckfähig. Der Kopf ist unbewollt mit kleinen nicht hängenden Ohren. Es gibt sowohl Tiere mit und ohne Hörner. Die gesamte Statur ist eher feingliedrig. Es sind auch alle Wollfarben erlaubt. Die Wolle ist mischwollig. Oft sind die Köpfe bunt gezeichnet und zeigen ein gerades Nasenprofil. Krainer sind robust, stresstolerant, oft zutraulich, marschfähig, krankheitsresistent und genügsam. Ihre Trittsicherheit macht sich besonders bei der Hangbeweidung bemerkbar.

 

Das Krainer Steinschaf wird in Wolle, Fleisch und Milch genutzt. Bei einer Milchleistung von Jährlich 500l kommen sie zwar nicht an das verbreitete ostfriesische Milchschaf hin, brauche im Vergleich zu diesem aber deutlich weniger bis gar kein Kraftfutter. Das Fleisch ist eine Delikatesse, feinfaserig, fettarm und sehr aromatisch.

 

Es erklärt sich von selbst das das Krainer Steinschaf in der Vegetationszeit auf die Weide gehört. Auch die Schlachtlämmer und Deckböcke !

 

...so  versteht sich weshalb uns die Krainer so wichtig sind. Sie gehören zu uns, sie gehören in den Süddeutschen und Alpenraum und sind Teil unserer Kultur und Geschichte. Eine solch tolle Schafrasse die die Menschwerdung praktisch parallel miterlebt und begleitet hat darf niemals aussterben! Denn wir müssen bedenken: Ausgestorben sein heißt, für immer von der Erde verschwunden zu sein! Die Krainer sind dem Aussterben gerade noch so von der Schippe gesprungen. So etwas darf  nie mehr passieren! Deshalb züchten wir das Krainer Steinschaf im Herdbuch des Landesschafzuchtverband Baden-Württemberg. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen die Welt, zumindest für das Krainer Steinschaf, ein wenig besser zu machen.